Beim Freilauf muß man deutlich unterscheiden zwischen ungesichertem und gesichertem Freilauf. Auf dieser Seite geht es um den ungesichteren Freilauf.

Viele glauben immer noch, die Straße sei die einzige Gefahr für Katzen, die ungesicherten Freilauf haben. In ländlichen Gegenden sei es sicher genug. Das ist ein fataler Irrtum, der hunderttausende von Katzen das Leben kostet! Die Gefahren, die draußen auf Katzen lauern sind weit vielfältiger, und sie nehmen zu.
Hauptproblem bei den Gefahren ist, daß sie überwiedend nicht natürlichen Ursprungs sind (also rein von Menschen gemacht) und somit von der Katze überhaupt nicht einzuschätzen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Freilaufkatze beträgt 2 Jahre, im Gegensatz zu einer in der Wohnung oder gesichertem Freilauf gehaltenen Katze. Hier sind es 10-15 Jahre, also das fünffache!!!
Hier wird gern als Argument genommen, die eigene Katze sei aber schon z. B. 10 Jahre alt. Nun, das bedeutet nichts weiter als daß mehrere andere Katzen deutlich jünger als mit 2 Jahren ihr Leben sinnlos lassen mussten, denn dieser Wert ist ein Durchschnittswert! Ältere Freilaufkatzen sind die Ausnahme, die diesen Durchschnittswert “hochtreiben” - in der Regel werden die Katzen nicht einmal ein Jahr alt - nicht mal erwachsen!

Für Hunde-, Vogel-, Nutztierhaltung oder Aquarien gilt nichts anderes als für Katzen. Trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, seinen Vogel draußen frei fliegen zu lassen, Kaninchen und Meerschweinchen ungesichert im Garten laufen zu lassen, Fische in einen See zu setzen, Pferde ohne einen Zaun auf die Weide zu lassen usw. Vor ein paar Jahren hieß es auch noch bei Hunden sie müßten unbedingt frei laufen. Hier haben es die meisten inzwischen begriffen - es bleibt zu hoffen, daß sich die Vernunft auch bei den Katzen irgendwann durchsetzt.

Schon die Straßen werden allzu oft unterschätzt. Katzen kommen aber auch auf Nebenstraßen, Sackgassen und verkehrsberuhigten Zonen zu Tode. Selbst auf Parkplätzen und der eigenen Auffahrt gab es schon tödliche Unfälle. Dazu kommt, daß in ländlichen Gegenden zwar weniger Autos unterwegs sind, diese aber schneller fahren. Ebenfalls vor allem hier eine Gefahr für Katzen sind Trecker, Mähdrescher und andere Landmaschinen.

Auch und gerade in ländlichen Gegenden sind Jäger und Förster unterwegs, und bei weitem nicht alle halten sich an die 300 m Distanz von Wohnhäusern. Und selbst wenn sie dies tun, brauchen sie nur zu warten, denn Katzen haben einen größeren Radius als 300 m ... Und sowohl Jäger als auch Förster haben mehr Interesse an der Zerstörung als am Erhalt von Leben, auch wenn sie das Gegenteil behaupten. Schon Theodor Heuss erkannte: "Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf." Ein weiterer vielsagender Satz zum Thema Jäger: “Verlogen sind die Jägerphrasen,vom Tötungstrieb gelenkt, dem Volk so dümmlich vorgetragen, daß es schon zum Himmel stinkt!

Nachbarn, die Tiere nicht mögen, schrecken nicht davor zurück, Gift zu streuen oder selbst „Hand anzulegen“, um die Tiere loszuwerden, sei es durch Schußwaffen oder anderes. Und selbst wenn das Gro der Nachbarn tierfreundlich eingestellt ist; es reicht ein Tierhasser, um großen Schaden zu verursachen. Auch Einzelpersonen können eine Gefahr sein!

Immer mehr verbreitet sind vor allem Katzenfänger, die Katzen mit Hilfe von Lockstoffen wegfangen, so daß hier auch scheue Katzen nicht sicher sind. Es kommen fast täglich neue Katzenfänger-Warnungen herein, in ganz Deutschland! Die Meldungen sind hier zu finden: Katzensuchdienst oder unter: Im Sinne der Tiere. Die möglichen Gründe für den Tierfang sind hier nachzulesen: Verschwundene Haustiere oder hier anzusehen: Altkleidersammlungen.

Auch Übergriffe von Tierquälern nehmen immer mehr zu. Eine stetig steigende Zahl von Menschen hat psychische Probleme und läßt diese an unschuldigen Tieren aus, entweder in der eigenen Nachbarschaft oder auch weiter weg, wo man sie nicht kennt.

Zudem gibt es immer wieder Hundebesitzer, die ihre Hunde auf die Katzen hetzen oder gar zu deren „Ausbildung“ mißbrauchen (z. solche, die ihre Hunde als Kampfhunde mißbrauchen).

Für Satanisten sind Katzen allemal ein willkommenes Opfer.

Immer mehr Menschen weisen ein schlechtes Sozialverhalten auf, nicht nur gegenüber den Mitmenschen, sondern vor allem auch gegenüber Tieren. Das Leben und die Gesundheit anderer wird nicht mehr geachtet.

Daher ist es nirgends in Deutschland heutzutage mehr sicher, Katzen ungesicherten Freilauf zu gönnen! Die Gefahren sind einfach zu groß und zu vielfältig! Wer einer Katze, die dies noch nicht kennt, ungesicherten Freilauf angewöhnt, handelt unverantwortlich! Er spielt Russisch Roulette mit dem Leben der Katze!

 

Folgende Zeilen einer Tierschützerin sagen es deutlich:

"Katzen verschwinden ständig. Die Ära der Freilaufkatzen ist vorbei", weiß Renate Siekkötter vom Tierschutz-Verein Herford. In den 19 Jahren als aktive Tierschützerin hat sie schon so manches Mal erlebt, was Menschen Katzen alles antun können. "Ich bekomme auch oft Anrufe von Leuten, die fragen, was sie gegen Nachbars Katzen unternehmen können", sagt Siekkötter. Gerade bei Vogelfreunden seien Katzen unbeliebt. Sie fischen mitunter nicht nur nach Goldfischen, sondern holen auch teure Kois aus den Teichen in der Nachbarschaft. Die kleinen Tiger setzen sich auf Gartenstühle, schlafen auf Motorhauben, wühlen in Blumenbeeten und halten sich nicht an irgendeine Grundstücksgrenze. "Katzenhasser gibt es überall", stellt Siekkötter immer wieder fest.

 

Folgende Seite zeigt es deutlich:

Tierhilfe Lippe  - Interessant ist sowohl die Seite „Katzenschicksale“ – zu finden über „Katzen“, als auch die Seite „Jagd und Jäger“.

 

Neben diesen durch Menschen verursachten Gefahren gibt es auch noch natürliche Gefahren. Da sind zum einen Verletzungen durch Revierkämpfe mit anderen Katzen. Gerade Katzenbisse sind besonders infektiös, da die Zähne schärfer sind und tiefere Wunden als z. B. Hundebisse verursachen, die sich aber schnell schließen und somit dem Keimen eine ideale Brutstätte bieten.

Zum anderen sind gerade die Infektionskrankheiten, für die es keine Impfung und keine Therapie gibt, unter Freigängern besonders verbreitet, allem voran FIV.

Nicht in allen Gebieten, aber in einigen Teilen Deutschlands ist die Gefahr durch Raubtiere ebenfalls nicht zu unterschätzen.

 

Neben den Gefahren, die deutlich gegen uneingeschränkten Freilauf sprechen gibt es kein echtes Argument für Freilauf. Die nur allzu oft recht fadenscheinigen Argumente lassen sich leicht entkräften. Hier die häufigsten Beispiele:

Gern behauptet von Freilauf-Befürwortern wird, dass Unfälle ja überall passieren würden und man Kinder auch nicht einsperren würde. Kinder kann man über die Gefahren aufklären. Und solange sie zu klein sind, diese zu realisieren, ist der Erziehungsberechtigte in der Aussichtspflicht und somit auch vor dem Gesetz mitschuldig an Unfällen!! Katzen kann man leider nicht über die Gefahren aufklären, und sie sind leider auch per Gesetz nicht vor verantwortungsloser Haltung geschützt.

 

Ein weiteres Argument für ungesicherten Freilauf ist nur allzu gern die Behauptung, Wohnungskatzen seien unglücklich. Ob eine Katze glücklich ist oder nicht, hängt einzig und allein vom Besitzer ab, nicht von der Art, wie sie gehalten wird. Eine Katze braucht vor allem die Möglichkeit zur Beschäftigung. Dies geht selbstverständlich auch in einer Wohnung! Zu meinen, man mache halt die Tür auf und schon ist die Katze glücklich, ist entschieden zu einfach gedacht. Wer sich ein Tier anschafft, sollte auch bereit sein, mehr als die Türklinke zu betätigen, um für das Wohlbefinden des Tieres zu sorgen! Ganz abgesehen davon bedeutet “kein Freilauf” noch lange nicht, daß eine Katze nur in der Wohnung gehalten wird.

Dazu kommt, daß mit Sicherheit nicht alle Freilauf-Katzen wirklich glücklich sind. Nachbarskatzen, die ebenfalls Freilauf haben, können die Katze in einen ziemlich Streß versetzen, z. B. durch Revierkämpfe! Ebenso verursacht das Gejagtwerden von Nachbarn und Hunden einfach nur Streß und mit Sicherheit keine Freude!

 

Und dann gibt es tatsächlich solche Katzenbesitzer, die behaupten, eine Katze würde lieber kurz und glücklich leben, als eingesperrt. Nun, zum einen steckt hier wieder die völlige Fehleinschätzung der Wohnungshaltung drin, zum anderen ist es mehr als anmaßend, einen Lebewesen zu unterstellen, es hätte kein Interesse am Leben. Solche Menschen sollten sich besser kein Tier anschaffen, denn sie sind offensichtlich nicht in der Lage zu begreifen, was Verantwortung bedeutet!

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